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17. Januar 2011

Wenn Falang auf Frosch trifft

Traumstrände, Bergwelt, prachtvolle Tempel – das Königreich Thailand zieht Touristen aus aller Welt an. Auch die Industrie macht große Fortschritte. Das Know-how bei Export von Reis, Ananas, Palmöl und Garnelen, Elektroartikeln sowie Zubehör für die Automobilindustrie, Textilien und Juwelen lockt Geschäftsreisende an. Gut, wenn die sich zu verhalten wissen.

GUTEN TAG
Thailänder begrüßen sich nicht per Handschlag, sondern mit „wai“: In anmutiger Geste werden die gefalteten Hände vor die untere Gesichtshälfte geführt. Jüngere und Rangniedere bieten „wai“ zuerst. Auch als Dank, Entschuldigung und zum Abschied. Bei gleichem Alter oder gleicher Stellung beugt der Mann seinen Kopf, die Finger berühren die Nase. Die Frau knickst dazu. Ehe Sie sich verrenken, genügt es aber, wenn Sie den Gruß mit Lächeln, Verbeugung oder Nicken erwidern.

NAMENWAHL
Ob Postmann oder Premierminister: Thais reden einander mit Vornamen an, vor den die Anrede „Khun“ – Frau oder Herr – gestellt wird. Die meisten besitzen zudem Spitznamen, die Mütter ihren Babys in die Wiege legen. Sehr beliebt sind – nicht wundern – mu (Schwein), kob (Frosch), gung (Krabbe) oder gai (Huhn).

KEINE SORGE
Ausländer mit weißer Haut nennt man „falang“. Das ist nicht abwertend, sondern bedeutet „weißer Fremder“.

ZUNGE HÜTEN
Thais gelten als sehr tolerant. Man mischt sich nicht in Angelegenheiten anderer ein. Schlagartig vorbei ist ihre Geduld bei abfälligen Kommentaren über das Königshaus. Da König Bhumibol Adulyadej das thailändische Geld ziert, treten Sie nicht mit dem Fuß auf eine heruntergefallene Münze.

REINHEITSGEBOT
In Tempeln und Privathäusern zieht man die Schuhe aus. Auf gepflegte Socken achten. Wer sein Äußeres vernachlässigt, verliert sein Gesicht. Bei Behördengängen ist gute Kleidung besonders wichtig. Sonst wird man langsam oder gar nicht bedient.

PERFEKTE GARDEROBE
Im internationalen Vergleich neigen Thailänder zum Overdressing. Dunkle Kostüme oder Anzüge werden gern durch farbenfrohe Blusen, Hemden oder Krawatten belebt. Tragen Sie nie ganz Schwarz oder Weiß – sie sind dem Trauerfall vorbehalten.

KARTENSPIEL
Die eifrige Übergabe von Visitenkarten ist fester Bestandteil des Begrüßungsrituals. Die „Namecard“ wird mit der rechten Hand überreicht.

AUFWÄRMPHASE
Frönen Sie dem Small Talk. Fallen Sie nämlich bei einem Thailänder mit der Tür ins Haus, fällt die bei ihm zu. Achten Sie jederzeit auf gute Stimmung. Kommen Sie immer mal wieder auf die Schönheit der Natur und Menschen, die Qualität und Vielfalt der Speisen, die eindrucksvolle Kultur des Landes zu sprechen. Tabu sind Themen wie Armut, Korruption, Menschen- und Drogenhandel. Das Harmoniebedürfnis ist hoch. Man tut alles, um Konfrontationen zu vermeiden. Direkter Widerspruch oder gar Kritik sind der thailändischen Mentalität völlig zuwider. Laut einem Ärger Luft zu machen, wird verachtet.

ZEITRECHNUNG
Thais pflegen ihre eigene Zeitrechnung. Bei privaten Verabredungen ist Pünktlichkeit unerheblich. Daher hat man im Business die „farang-time“ eingeführt. Bei wichtigen Terminen, wenn Sie beispielsweise Ihren Flieger kriegen müssen, verweisen Sie charmant darauf.

HOW ARE YOU DOING?
Verhandlungs- und Vertragssprache ist Englisch. Die thailändische Sprache lässt oft zu viel Interpretationsspielraum.

thai_159x218 (JPG)TÄTSCHEL, TÄTSCHEL
Der Kopf ist für Thais auch im
übertragenen Sinne das höchste
Körperteil. Als Fremder sollten
Sie nie den Kopf eines
Einheimischen berühren. Auch
nicht bei den zugegeben äußerst
süßen Kindern. Der Fuß als
niederster Körperteil darf
nicht auf andere gerichtet werden.
Berührung ist grundsätzlich zu
unterlassen.

 

LIEBER NICHT
Angesichts bettelnder Kinder empfinden Sie Mitleid und kaufen ihre Blumen, Kaugummis, Zigaretten. Die Kinderschutzorganisation Childwatch Phuket bittet: Tun Sie es nicht. Kinder, die nachts in den Bar-Vierteln arbeiten, werden dazu gezwungen. Je mehr ihnen abgekauft wird, desto mehr müssen sie arbeiten.

GUTE UNTERHALTUNG
Große Höflichkeit ist alles. Selbst wenn sie nicht immer die wahren Gefühle wiedergibt. Wer respektvolle Umgangsformen an den Tag legt und diese selbst in
kritischen Situationen bewahrt, beweist in den Augen eines Thai seine Über-
legenheit und erntet dadurch Respekt.

Pressekontakt
Isabel-Weishar (JPG)

Frau Isabel Weishar

Fon: +49 (0) 911-9763-263
Fax: +49 (0) 911-9763-162

E-Mail: i.weishar@simba-dickie.com