13. September 2010
Wie wohl jeder Unternehmer, träumt Michael Sieber davon, eines Tages seine Simba Dickie Group in die Hände eines Familienmitglieds zu legen. Er ist der Erfüllung seines Traumes einen Schritt näher gekommen: Tochter Christina und Neffe Maximilian Stork sind auf dem Weg.
Die Familie war für Fritz Sieber, den Begründer der heutigen Simba Dickie Group, immer das Wichtigste. Er sorgte dafür, dass einmal im Jahr alle zusammen in Urlaub fuhren. Sein Sohn übernahm die Reisetradition ebenso wie später das Unternehmen. Michael Sieber und seine Schwester Monika haben jeweils drei Kinder, seine Schwester Marion hat eine Tochter. Vermutlich muss er sich nicht um seine spätere Nachfolge sorgen. Trotzdem ist es ihm eine große Freude, dass die ersten potenziellen Nachfolger auf dem Weg in sein Familienunternehmen sind: Tochter Christina Sieber (22) hat bereits Puppen-Kollektionen designt und ihr ältester Cousin Maximilian Stork (26) ist seit Dezember 2009 Executive Assistant an der Seite des COO Uwe Weiler.
Wie wächst man als Kind und Neffe eines Spielwarenunternehmers auf?
Christina Sieber: Als ich klein war, war die Firma ja noch nicht so groß. Aber mein Vater brachte ständig Spielzeug zum Testen mit nach Hause.
Maximilian Stork: Es gab immer Spielwaren im Überfluss. Das war etwas ganz Besonderes. Stark war, dass Opa und Onkel immer das Allerneueste von den Messen aus aller Welt mitbrachten. Wir hatten als Erste den Gameboy, Nintendo-Spiele und waren immer up-to-date.
Christina, wollten Sie denn nicht all die schönen Puppen und Plüschtiere haben?
Christina Sieber: Ich war kein sehr typisches Mädchen. Ich hatte einen älteren Bruder und zwei ältere Cousins, mit denen habe ich gespielt, mit Autos und Actionfiguren. Und ich war sehr tierlieb. Meistens waren wir draußen, ich bin überall heraufgeklettert, war immer schmutzig, wenn ich nach Hause kam.
Maximilian Stork: Wir waren schon eine wilde Bande, ständig im Wald, in unserem Baumhaus. Bobby-Car-Rennen gehörten natürlich auch dazu.
Aber die Mitschüler und Freunde waren doch bestimmt neidisch.
Christina Sieber: Ach, nein. Wenn wir unsere Geburtstagsparty im Showroom feiern durften, herrschte große Begeisterung.
Christina, Sie haben offensichtlich künstlerisches Talent …
Christina Sieber: Im Kindergarten habe ich viel gemalt und gebastelt. Auch mit meiner Oma. Ich durfte meine kleinen Acrylbilder auf der Spielwarenmesse ausstellen. Mein Abitur habe ich mit Kunst-Leistungskurs und Englisch absolviert. Das war aber viel anstrengender, als ich dachte, weil ich viel Theorie und viele handwerkliche Techniken lernen musste.
Was sind Ihre Zukunftspläne?
Christina Sieber: Jetzt werde ich erst einmal Design studieren . Mein Traum ist es, Modedesignerin zu werden. Oder auch Produktdesignerin in der Firma meines Vaters.
Da haben Sie ja schon etwas Erfahrung …
Christina Sieber: Mir gefiel vor ein paar Jahren, wie die Hotelerbin Paris Hilton immer ihren Chihuahua herumtrug, und hatte die Idee, einen kleinen Plüschhund mit Tasche und Accessoires zu entwerfen. Daraus ist die Linie Chi Chi Love von Simba entstanden.
Das ist doch großartig für einen Teenager.
Christina Sieber: Klar war ich stolz. Mein Vater brachte oft die neuen Steffi-Love-Puppen mit nach Hause und wollte meine Meinung hören. Ich habe immer gemault, das sei nicht modern genug, das könnte ich besser. Irgendwann sagte er: Dann mach mal. Noch während der Schulzeit habe ich vier Outfits entworfen, das Make-up dazu. Nach meinem Abitur bin ich dann einen Monat in Hongkong gewesen, um dort meine ersten Modelle für „Steffi Love Supermodel“ zu gestalten.
Wie war das?
Christina Sieber: Tagelang bin ich mit der Chefdesignerin auf Märkten herumgelaufen auf der Suche nach Stoffen und Applikationen. Aber das ist kompliziert, weil alles die Sicherheitsprüfung bestehen muss. Glitzerstoffe sind zum Beispiel schwierig, weil sie Metalle enthalten. Und es geht immer auch um Kosten. Bei den Mengen, die Simba produziert, liegen preislich Welten zwischen einem Mini- und einem langen Abendkleid. Ich konnte viele Ideen nicht umsetzen, das hatte ich mir einfacher vorgestellt.
Maximilian, Sie sind schon fertig mit der Uni?
Maximilian Stork: Ja, ich habe einen Bachelor of Arts in Business Management und ein Diplom in International Business Administration.
Wollten Sie stets zur Simba Dickie Group?
Maximilian Stork: Ich wusste lange nicht, was ich wollte. Daher absolvierte ich nach dem Abitur ein einjähriges Praktikum in der Firma, in Madrid, in Fürth und Hongkong, habe alle Abteilungen durchlaufen. Ich musste erst herausfinden, ob die Branche wirklich etwas für mich ist.
Wie war dann ihr Einstieg?
Maximilian Stork: Ich bekomme nichts geschenkt, muss mir das erarbeiten wie jeder andere auch. Das war ein kompletter Neustart, mit den Unibüchern hat das wenig zu tun. Noch ist jeder Tag für mich ein Abenteuer. Aber ich habe die besten Lehrmeister, die es gibt.

Happy family: Florian Sieber, Felix Stork, Gisela, Michael und Christina Sieber sowie Maximilian Stork (v.l.).