17. Mai 2010

Klimaschutz ist bei der Simba Dickie Group mehr als ein Modewort. Er ist ein wichtiger Teil der Firmenphilosophie. Bei der Wahl der Rohstoffe, in der Produktion, bei Qualität und Lebensdauer der Spielzeuge zählt ein zentrales Leitmotiv: Nachhaltigkeit.
Nachhaltigkeit – kaum ein Wort ist derzeit häufiger zu hören und zu lesen, in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und immer mit Nachdruck. Es beschreibt einen Sinneswandel innerhalb unserer Gesellschaft, einen Lebensstil, der das Konsumverhalten verändert.
Diese neue Lebensart wird in den USA und zunehmend auch in Europa mit dem Begriff LOHAS umschrieben: Lifestyle of Health and Sustainability, was übersetzt Ausrichtung der Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit bedeutet. Geprägt haben den Begriff der amerikanische Soziologe Paul Ray und die US-Psychologin Ruth Anderson, die 2001 das Buch „The Cultural Creatives: How 50 Million People Are Changing The World“ veröffentlichten. Es beschreibt das Ergebnis ihrer Studie, der größten Umfrage zum Wertewandel in den USA der letzten 20 Jahre. Sie erfasst dabei 100.000 Amerikaner.
Das Credo: „Green Living“
Ray und Anderson zählen 50 Millionen Amerikaner zu den „Cultural Creatives“, den neuen Konsumenten. Diese sehnen sich nach Entschleunigung, Gesundheit und Beständigkeit. Daraus resultiert der Bedarf an wirtschaftlich, gesundheitlich und ökonomisch sinnvollen Produkten und Dienstleistungen.
„Cultural Creatives kaufen nicht aus einem Impuls heraus, sondern informieren sich erst. Beim Wunsch nach zukunftsweisender Technik wie der Sonnenenergie sind sie Vorreiter. Ernährung spielt eine wichtige Rolle“, so beschreiben die Autoren die Lohas, als gut gebildete, kritische, aber durchaus konsumfreudige Zielgruppe. Ihr Credo heisst „Green Living“.
Kaufkriterien im Wandel
Mittlerweile werden mehr als ein Drittel der Bevölkerung westlicher Länder den Lohas zugeordnet. In Deutschland kaufen vier Millionen Menschen regelmäßig fair gehandelte Produkte und ökologisch erzeugte Lebensmittel. 16 Millionen achten zumindest gelegentlich darauf. Das ist das Ergebnis einer Studie des „Zukunftsinstituts“ in Kelkheim. Die Herkunft der Produkte, die soziale Verantwortung der Anbieter und umweltschonende Herstellungsprozesse sind heutzutage relevante Kaufkriterien. Daher haben deutsche Spielwarenhersteller, die auch zu Hause produzieren, gute Chancen, die attraktive Zielgruppe für sich zu gewinnen. Denn sie erfüllen mehrere Kriterien für Nachhaltigkeit: Standortsicherung, Ethik und Umweltschutz, schon wegen der kurzen Transportwege. „Made in Germany“ steht bei bewussten Konsumenten wieder für Qualität.
Die Simba Dickie Group stellt an sich und ihre mehr als 4.000 Produkte (ohne die Marken Schuco und Dickie-Tamiya) hohe Ansprüche und nimmt ihre Verantwortung für Natur und Umwelt, Gesundheits- und Arbeitsschutz an allen ihren internationalen Standorten äußerst ernst. Hocheffizienter Einsatz von Rohstoffen, umweltschonende Herstellung, lange Lebensdauer und Recyclingfähigkeit sind selbstverständlich.
Musterbeispiele sind die Marken BIG, Smoby und Eichhorn. Bei den Holzspielzeugen garantiert das FSC-Gütesiegel (Forest Stewardship Council), dass die Rohstoffe aus nachhaltiger Waldnutzung stammen. Zudem werden sämtliche Produktionsreste zu Feuerungsmaterial verarbeitet. Im Holzbereich werden nur Farben auf Wasserbasis verwendet, bei Kunststoffspielzeug nur kindgerechte, physiologisch einwandfreie und umweltfreundliche Materialien, die ständigen Qualitätskontrollen unterliegen.
Bei den Kunststoffspielwaren von BIG und Smoby wird aller Ausschuss recycelt. So sind viele Einzelteile wie die Räder des BIG Bobby-Cars oder Griffe bei Smoby-Fahrzeugen zum größten Teil aus Recyclingmaterial. Und diese Kunststoffwaren sind nahezu unverwüstlich.
Nachhaltigkeit als Frage der Ethik
Doch auch die moralischen Ansprüche sind hoch: Das Unternehmen engagiert sich bereits seit 2004 im Rahmen des ICTI-CARE-Prozesses, des Verhaltenskodexes des Weltspielwarenverbands (International Council of Toys) für soziale Standards, faire Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatzsicherheit und Umweltschutz an jedem Produktions- und Zuliefererstandort, vor allem auch in China.

Alle Kinder dieser Welt sollen in einer intakten Natur aufwachsen.
Darüber hinaus startete 2008 der Prozess der BSCI-Zertifizierung (Business Social Compliance Initiative), der inhaltlich etwa identische Verhaltensregeln wie der ICTI-Prozess fordert und im europäischen Handel zunehmend gefragt ist. Auch familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, karitative Projekte sowie nicht ausbeuterischer Umgang mit Zulieferern gehören zur Unternehmensethik. Zentralen Werten wie Respekt, Glaubwürdigkeit, Innovation und Qualität sind alle Mitarbeiter verpflichtet. „Es fängt eben immer im Kleinen an“, so Volkhard Wacker, Senior Controller, der für den Bereich Ressourcenmanagement verantwortlich ist. Biomüll, Holz, Folie, Sondermüll wie ausgemusterte Computer, Lackspraydosen, Batterien müssen sorgfältig sortiert und entsorgt werden.
Auf dem Firmengelände in Fürth stehen riesige Pressen für Pappe und Restmüll, Druckertoner sind in ein Pfandsystem integriert. Entscheidend ist aber nicht nur das Mülltrennen und -entsorgen. „Das muss alles penibel dokumentiert und abgerechnet werden“, so Volkhard Wacker, der sich mit seiner Assistentin, Industriekauffrau Anna Rippel, darum kümmert. „Alles, wirklich alles, was wir verkaufen, wird recycelt“, sagt Wacker.
100 Prozent Recycling
Das Rückführsystem kostet das Unternehmen einen Millionenbetrag im Jahr. „Das sind wir unserem Image schuldig“, erklärt Volkhard Wacker. „Heutzutage erteilen viele Kunden gar keinen Auftrag mehr, wenn wir nicht garantieren, dass alles nachweislich entsorgt wird.“ Jedes einzelne Produkt ist entsprechend lizenziert, „100 Prozent ohne Ausnahme“. Bei der Simba Dickie Group trägt jedes Produkt den Grünen Punkt des Dualen Systems Deutschland.
Der buchhalterische Aufwand ist enorm. Jedes einzelne Spielzeug, das im Logistikzentrum Sonneberg ankommt, wird vermessen und gewogen und erfasst, um festzulegen, wie viel Verpackungsmüll am Jahresende anfällt. „Wir hatten noch nie eine nennenswerte Beanstandung des Wirtschaftsprüfers“, sagt Senior Controller Wacker. Das ist nicht immer selbstverständlich bei Unternehmen dieser Größe, schließlich gibt es ständig neue Regeln und Pflichten, wie die aktuelle fünfte Novelle der Verpackungsverordnung 2009. „Da muss man ständig hinterher sein, dass man nichts übersieht“, beschreibt Wacker. Und das nicht nur in der Heimat. „Wir sind in jedem Land, wo wir aktiv sind, an ein Entsorgungssystem angeschlossen.“
Neue Landschaften erblühen
Volkhard Wacker hat auch Grund zur Freude: „Das Geld lässt eben tatsächlich neue Landschaften erblühen“, so Controller Wacker. 2008 erhielt die Gruppe für Rücknahme und Verwertung lizenzierter Verkaufsverpackungen erstmals mit dem sogenannten „Klimazertifikat“ des Dualen Systems Deutschland eine Baumpatenschaft. Seither ist sie Pate eines 50 Quadratmeter großen Grundstücks im Brandenburger NABU-Schutzgebiet „Naturparadies Grünhaus“. Weil sie einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase leistet, ist die Firma Simba Toys auch beim Projekt „Baldwald zwei“ im niedersächsischen Landkreis Verden dabei. Somit schließt sich der Kreis. Die Simba Dickie Group will Kinder glücklich machen. Und Kinder brauchen eine intakte Umwelt zum Glück.

Die Experten für Recycling: Volkhard Wacker, Senior Controller bei der Simba Dickie Group, mit seiner Assistentin, Industriekauffrau Anna Rippel.