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05. Juli 2010

Vom alten Hasen und jungen Fuchs

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Unter vier Augen: die Geschäftsführer Tom Gerigk (l.) und Andreas Melchhart im Gespräch

Die Büros in Hongkong sind – neben dem Headquarter in Fürth – die Schaltzentrale der Simba Dickie Group. Von dort aus spannt sich das Netzwerk über den Globus. Zu Beginn dieses Jahres kehrte Managing Director Simba Toys HK Andreas Schmitt nach Deutschland zurück. Nachfolger ist Andreas Melchhart. Ihm steht sein Dickie-Toys-Kollege Tom Gerigk zur Seite. Zwei Männer, die sich viel zu sagen haben, im Interview.

Vier Jahre lang lenkte Andreas Schmitt die Geschäfte in Hongkong. Da die Simba Dickie Group ihre Führungsspitze weiter ausbaut, wird der 39-jährige Managing Director der HK Ltd. nun in der Fürther Firmenzentrale zusätzlich Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft Simba Toys GmbH & Co. KG. Seine operativen Aufgaben in Hongkong übernimmt Andreas Melchhart. Dem 33-jährigen China-Newcomer steht ein „alter Hase“ mit Rat und Tat zur Seite: Tom Gerigk, Managing Director der Dickie Toys HK Ltd., der mittlerweile seit elf Jahren in Hongkong lebt.

Herr Melchhart, wie gefällt Ihnen Ihr neues Leben?
Andreas Melchhart: Sehr gut, aber ich fühle mich noch etwas als Anfänger.

Bezogen auf was?
Andreas Melchhart: Auf alles. Die Simba Dickie Group ist schon ein großes Unternehmen, alle Zusammenhänge zu verstehen, das geht nicht von heute auf morgen. Und in Hongkong laufen die Uhren anders.

Was meinen Sie damit?
Andreas Melchhart: Die Arbeitstage sind lang, weil Kundentermine oft abends stattfinden.

Herr Gerigk, kommt Ihnen das bekannt vor?
Tom Gerigk: Ja, klar, die langen Abende mit Kunden sind üblich im chinesischen Geschäftsleben, das gehört dazu. Daran wird sich mein Kollege aber gewöhnen und er kann viel dabei lernen.

Was denn zum Beispiel?
Tom Gerigk: Wenn man in Hongkong erfolgreich sein will, muss man offen und neugierig sein und vieles ausprobieren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist zum Beispiel ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Gastgeber, alles im Restaurant anzunehmen, was gereicht wird.

Herr Melchhart, fühlen Sie sich willkommen in Hongkong?
Andreas Melchhart: Absolut. Ich stehe in engem Kontakt zu Andreas Schmitt und die anderen Kollegen sind auch jederzeit für mich da, es herrscht gutes ein Betriebsklima. Obwohl ich jetzt für einen Weltkonzern arbeite, spürt man, dass es ein Familienunternehmen ist.

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Andreas Melchhart, 33, Managing Director Simba Toys HK. Der gebürtige Münchner ist gelernter Bankkaufmann. Von Mai bis August 2009 durchlief er sämtliche Abteilungen in der Fürther Firmenzentrale der Simba Dickie Group. Anschließend zog er nach Hongkong.

Woran spürt man das denn?
Andreas Melchhart: An den kurzen Entscheidungswegen. Man kann jederzeit beim Chef anklopfen und ein Anliegen besprechen.

Wenn Sie mal einen Abend frei haben, was tun Sie dann?
Andreas Melchhart: Ich sehe zu, dass ich zwei- bis dreimal pro Woche zum Sporttreiben komme, am liebsten sind mir Mountainbike, Fitness-Studio, Fußball.

Tom Gerigk: Ich habe ihn sofort in unser Fußballteam geholt. Wir haben eine Hobby-Fußball-Liga, die Hongkong-Crowds, die am Wochenende multikulturelle Länderspiele austragen. Das ist ein wichtiges Netzwerk.

Andreas Melchhart: Wenn am Wochenende kein Länderspiel stattfindet, erkunde ich die Umgebung. Ich möchte unbedingt diese Kultur kennenlernen. Mittags gehe ich gern auf die Food Markets, da bin ich dann meistens die einzige Langnase.

Gibt es schon etwas, das Ihnen fehlt?
Andreas Melchhart: Deutsches Essen muss man suchen. Nachdem ich die erste Zeit ein Appartement hatte, bin ich mittlerweile in eine größere Wohnung gezogen und habe die Brotbackmaschine von Andreas Schmitt geerbt. Jetzt muss ich nur Nachschub an Backmischungen organisieren.

Herr Gerigk, wie ist das bei Ihnen mit dem lieb gewonnenen Essen?
Tom Gerigk: In Hongkong gibt es alles, was man sich wünschen kann. Meine Kinder frühstücken Nutella-Brötchen und Müsli, meine Frau kocht aber auch chinesisch.

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Tom Gerigk, 39, Managing Director Dickie Toys HK. Der gebürtige Niedersachse arbeitet seit sieben Jahren für die Simba Dickie Group. Der Diplom-Volkswirt und Soziologe lebt mit seiner chinesischen Frau und seinen beiden Kindern 22 Kilometer vom Büro entfernt.

Sie leben außerhalb Hongkongs …
Tom Gerigk: Ja, je nach Verkehr brauche ich zwischen 25 Minuten und einer Stunde ins Büro. Dort ist es für die Kinder angenehmer, fast ländlich, mit viel Grün. Ich sehe nicht so einen großen Unterschied zu einem Leben in Europa. Abends spiele ich mit den Kindern, wir haben oft asiatische Freunde zu Gast, grillen, gehen wandern. Das ginge in der City nicht so gut.

Andreas Melchhart: An diese vielen Menschen, den chaotischen Straßenverkehr, die U-Bahn-Enge, die schlechte Luft muss man sich erst gewöhnen. Und das tropisch feuchte Klima ist eine Herausforderung. Wir haben alle Anzüge zum Wechseln im Büro.

Apropos, wie groß ist ihr Team?
Andreas Melchhart: Es sind hier 59 chinesische und ein deutscher Mitarbeiter. Die Chinesen haben sich vor Jahren alle selbst einen englischen Vornamen gegeben, mittlerweile kenne ich jeden.

Und bei Ihnen, Herr Gerigk?
Tom Gerigk: Ich habe 49 Mitarbeiter.

Was sind die wichtigsten ersten Schritte eines neuen Managing Directors?
Andreas Melchhart: Das Sortiment kennenlernen, das sind ja fast 1.500 Produkte. Ich muss mir natürlich die Arbeitsabläufe bei Einkauf, Controlling, Kundenbetreuung aneignen. Vertriebsseitig bin ich für die Märkte in Nord- und Südamerika, Kanada und Australien zuständig.

Das klingt doch sehr komplex ...
Andreas Melchhart: Ist es auch, aber es bereitet mir ausgesprochen viel Freude. Für mich läuft jetzt alles zusammen, was ich jemals gelernt und gemacht habe. Ich hoffe aber auch, durch meine eigene Erfahrung etwas frischen Wind in die Firma bringen zu können.

Tom Gerigk: Ich denke, das wird ihm auch gelingen. Das ist für mich das Faszinierende hier: Man kann etwas bewegen, es herrscht eine äußerst große Offenheit gegenüber neuen Ideen. Und vor allem sind die Hongkonger schnell. Wer heute etwas will, hat morgen das Ergebnis auf dem Tisch.

Was möchten Sie Ihrem neuen Kollegen gern mit auf seinen Weg geben?
Tom Gerigk: Dass er sich einlässt auf dieses Leben. Er sollte viel beobachten und erst einmal vorwiegend zuhören, anstatt selbst zu reden, und nicht den Chef raushängen lassen, offene Augen haben. Der Umgang mit Asiaten ist gar nicht so fremd, wie man glaubt. Allerdings muss man die Familien- und Feiertage beachten, die sind hier sehr viel wichtiger als in Europa. Rituale sollte man niemals belächeln, sondern akzeptieren. Und ganz wichtig: Die Ideen und Hinweise der Mitarbeiter ernst nehmen, denn sie haben sehr viel Ahnung, sind seit vielen Jahren dabei und große Experten in der Spielwarenbranche. Und er soll wissen: Ich helfe ihm, wo ich kann.

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Für den einen die alte, für den anderen die neue Heimat: Hongkong City.

Pressekontakt
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Frau Isabel Weishar

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Fax: +49 (0) 911-9763-162

E-Mail: i.weishar@simba-dickie.com