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07. Juni 2010

Jenseits von Südafrika

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Wird am 11. Juni die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen, sind viele Businessreisende und Touristen das erste Mal in Südafrika zu Gast. Gut, wenn sie diese Stil-Regeln kennen.

MORGENSTUND. Meetings am Mittag sind am beliebtesten oder auch zum Frühstück. Südafrikaner gehen früh schlafen. Termine sollten von langer Hand vereinbart werden. In der Zeit der christlichen Feste zwischen Mitte Dezember bis Mitte Januar und Ostern sind Treffen unerwünscht.

GEDULDSSPIEL. Planen Sie bei Vertragsverhandlungen reichlich Wartezeit ein. Südafrikaner sind leicht zu begeistern. Bis sie ein Geschäft abschließen, kann es aber dauern. Nicht drängen.

KÖRPERKONTAKT. Frauen werden oft nur mit freundlichem Kopfnicken begrüßt, Männer mit kurzem Händedruck. Manchmal werden Partner nach Geschäftsabschluss umarmt. Und man hört gern den eigenen Titel.

SPRACHTALENT. Die Städter sprechen fast alle Englisch und Afrikaans. Die Schriftsprache ist Englisch. Wer mit Dolmetscher zum Geschäftstermin kommt oder in brüchigem Schulenglisch verhandeln will, wird nicht ernst genommen.

SMALLTALK. Vermeiden Sie Gespräche über Rassismus, die afrikanische Politik, Kriminalität und Aids. Zurückhaltung ist eine Zier, Besserwissen nicht. Über Sport, die schöne Landschaft oder Autos spricht man gern. Südafrikaner sind stolz auf das Erreichte seit Ende der Apartheid, auf ihr Rugby-Nationalteam. Wer sich mit Rugby auskennt, findet schnell Freunde. Man erwartet, dass Sie sich für Südafrika wirklich interessieren.

SCHLEMMERLAND. Die südafrikanische Küche ist köstlich und vielseitig. Traditionell wird Fleisch gegessen: Lamm, Rind, Huhn, Truthahn und Strauß, aber auch Krokodil, Antilope, Büffel. Eine verbreitete Leidenschaft ist das Grillen unter freiem Himmel, „Braai“ (sprich: Brei) genannt. Fleischportionen sind für europäische Verhältnisse extrem groß.

TISCHSITTEN. Im Restaurant sollte man den Tisch frühzeitig reservieren. Es wird platziert. Zehn Prozent Trinkgeld sind Usus. Genießen und loben Sie den vorzüglichen Wein. Den darf man in Südafrika in fast allen Restaurants selbst mitbringen (BYO: Bring your own). Dafür wird eine „Corkage-Gebühr“ berechnet.

PROST. Trinksprüche und Tischreden sind selten. Bei formellen Essen fordert der Gastgeber die Gäste zum Essen auf, indem er selbst beginnt. Beim Lunch hält man sich mit Alkohol zurück, beim Abendessen wird mitunter tüchtig getrunken. Biergenuss ist unter schwarzen Christen verpönt.

ÄLTESTENRAT. In Südafrika ist es normal, dass der Chef einer Auszubildenden die Tür aufhält. Das unternehmerische Hierarchiegefüge ist von Zuvorkommenheit geprägt. Wie in der alten Stammestradition, spricht man den Häuptling oder Älteren nie zuerst an. Alter ist wichtiger als Status.

KLEIDERORDNUNG. Je nach Branche oder Rang kleiden sich Geschäftsleute unterschiedlich, von Freizeitkleidung bis zum schwarzen Anzug, aber eher konservativ. Von europäischen Geschäftspartnern erwartet man beim ersten Meeting oder bei Vertragsunterzeichnung auch bei größter Hitze Anzug und Krawatte.

LORBEEREN. Da die Deutschen den Ruf haben, pünktlich und zuverlässig zu sein, wird das auch von ihnen erwartet.

ZEITFENSTER. Wer einen Termin mit hochrangigen Persönlichkeiten wie Ministern hat, muss viel Zeit mitbringen. Mehrere Stunden zu warten oder sogar am nächsten Tag wiederkommen zu müssen, ist gängig. Aus afrikanischer Sicht gewinnt ein Funktionär dadurch an Bedeutung, dass er Besucher warten lässt.

GLAUBENSBEKENNTNIS. Seien Sie nicht überrascht, wenn ein afrikanischer Unternehmer Sie nach Ihrer Konfession fragt. Das ist unter afrikanischen Christen kein Tabuthema.

HÖFLICHKEIT. Geschliffene Umgangsformen beeindrucken. Kleine höfliche Gesten wie Tür aufhalten, Stuhl anbieten, Mantel abnehmen mag man sehr.

REISELUST. Seien Sie darauf vorbereitet, dass man Sie spontan auf die „Farm“, das Landhaus eines Geschäftspartners, einlädt. Der Ausflug kann Wasserski, Jagd und Grillen bieten. Europäer sind oft irritiert über diese große Nähe. Sie ist aber unverbindlicher, als man meint. Jedenfalls empfiehlt es sich Geschäftsreisenden, Jeans im Gepäck zu haben.

ENGAGEMENT. Vorteilhaft ist, sich neben dem Geschäft sozial zu engagieren. Fortbildungs- oder Trainingsprogramme, medizinische Versorgungsmodelle oder die Eröffnung eines neuen Kindergartens werden von der Regierung gefördert und sind oft fester Bestandteil der Geschäftsvereinbarung.

Pressekontakt
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Frau Isabel Weishar

Fon: +49 (0) 911-9763-263
Fax: +49 (0) 911-9763-162

E-Mail: i.weishar@simba-dickie.com