27. Dezember 2010

Fürths Topmodel – die Steffi -Love-Welt ist jetzt in einem eigenen Pavillon untergebracht.
Die Spielwarenindustrie lebt wie die Modebranche – immer mindestens eine Saison voraus. Somit erledigen die Besucher der diesjährigen Frühjahrs-Fachhandelstage der Simba Dickie Vertriebs GmbH (SDV) vor allem ihre Weihnachtseinkäufe. Einige brauchen aber auch noch ein paar Last-Minute-Sommerartikel oder aktuelle Bestseller. In der Firmenzentrale in Fürth drehen zwei Wochen lang neue sowie Kunden der ersten Stunde ihre Runden durch das gigantische Musterzimmer. Die einen zügig und gezielt, die anderen gemächlich und neugierig auf alles. Viele machen sich allein auf den Weg, manche lassen sich von Mitarbeitern begleiten und alles zeigen. Wir schauen ihnen dabei über die Schulter.
Vor eineinhalb Jahren übernahm Karl Yabroudi die Aufgabe, diesen Vertriebsweg
zu ebnen. Durch die Fokussierung auf den Fachhandel sollte der spürbar profitieren und zugleich sollten die Marken der Simba Dickie Group gestärkt
werden. Eine kluge Idee, aber würde sie auch funktionieren? „Wir sind höchst zufrieden“, sagt Karl Yabroudi, Vertriebsleiter Fachhandel/Verbände. „Es werden fast täglich mehr Kunden.“ Und: „Das äußerst sportliche Umsatzziel des ersten Jahres wurde erreicht“, freut er sich.
Das Fachhandelskonzept geht auf. „Zur Spielwarenmesse 2010 kamen 430 neue Kunden auf unseren Messestand.“ Doch auf der International Toy Fair Nürnberg können erstens nicht alle mittlerweile 4.000 Produkte ausgestellt werden, zweitens haben die Gäste zu wenig Zeit, um wirklich alles in Ruhe betrachten zu können. Daher ist die hauseigene Minimesse begehrt: „Früher nutzten etwa 50 Geschäftsinhaber die Gelegenheit zum Besuch der Sondershow. Jetzt sind es schon 130“, freuen sich Karl Yabroudi und sein zwölfköpfiges Team.
Eine gute Idee setzt sich durch

Lockmittel – Sara Marrano (links) und Heike Weigand präsentieren die „Bonbon“-Angebote.
Neben den leistungsbezogenen Rabatten und Specials locken vor allem die Exklusiv- sowie „Bonbon“-Produkte. Diese gibt es nur zur Fachhandelsmesse und nur für jene Kunden, die extra anreisen. Wer nicht kommt, kriegt sie nicht. „Das sind wirklich Highlights, keine Restanten“, betont der SDV-Chef. „Damit sich unsere Fachhändler am Markt profilieren können.“ Dieses Mal sind es beispielsweise Majorette-Spielsets, BIG Bobby-Cars mit Flüsterreifen oder Schuhschonern inklusive, ein exklusiver Dickie-Kran und als Neuheit das „Baby Filly“, ein Mikro-Pferd in pinkfarbener Samt-Box, das die Ladenbesitzer sofort magisch anzieht.
Gezieltes Suchen und Finden
Erstbesuchern bleibt im Showroom der Mund offen stehen. Doch auch langjährige Kunden staunen nicht schlecht über den neuen Pavillon, in dem jetzt Steffi Love wohnt. „Wir wollen nicht nur der kompetente Partner des Fachhandels sein und als exklusiver Hersteller auftreten, wir sind auch Trendsetter“, beschreibt Karl Yabroudi sein Ziel. „Wir versuchen die Qual der Wahl zu nehmen, komprimieren die Highlights und Topseller.“
Neuheiten locken am meisten
Das sind in diesem Jahr zum Beispiel die H2O-Autos von Dickie Toys, die beim Herumheizen ordentlich Dampf ablassen. Absolutes Highlight ist die Smoby Loft Küche. Da zischen (Kunststoff-)Flammen aus dem Gasherd und glüht das Ceranfeld. Mitarbeiterinnen des SDV-Sales Departments erklären den Interessenten den besonderen Spielwert. Interessenten wie die Firma »Spielwaren Ahlers«.
Inspirierte Fachfrau
Margit und Holger Ahlers aus Eichstätt gehen einen ganzen Arbeitstag lang von Produkt zu Produkt. „Ich weiß genau, was ich will, lasse mich aber auch gern inspirieren“, sagt Margit Ahlers. Im Februar hat sie das erste Mal während der Spielwarenmesse geordert und ist nun zum zweiten Mal zu Besuch in Fürth.
Das Ehepaar lässt sich von Außendienstmitarbeiter Ralph Gottwald begleiten
und beraten.
Ihr etwa 200 Quadratmeter großes Geschäft bietet die Bandbreite an Spielzeug,
bis zu 7.000 verschiedene Produkte. Bei ihr sind Modellautos und Busse gefragt.
Weniger von Kindern, mehr von Erwachsenen, die damit Reisegutscheine verschenken. Auch Babyspielzeug, „Malen nach Zahlen“ und Gesellschaftsspiele
laufen bei ihr prächtig. Dass der Spieleverlag Zoch jetzt der Simba Dickie
Group gehört, sei praktisch, „die Spiele haben wir schon immer im Programm.“
Früher orderte Margit Ahlers über den Großhandel. Jetzt alles ansehen und in
die Hand nehmen zu können, sei ganz nach ihrem Geschmack. „Nur aus dem
Katalog zu bestellen, das ist nichts für mich.“ Sie sei kritisch bei der Wahl ihrer
Waren, „ich will nur schöne Dinge von hoher Qualität.“ Margit Ahlers bringt auf
den Punkt, worum es Fachhändlern geht: sich durch Beratungskompetenz
abzuheben vom Selbstbedienungsladen. Sie bedient sich noch bei den Fillys.
Selbstständiger Einkäufer
Die kleinen Samtpferde sind auch für Ingo Meyer-Blendig wichtiger Anlass seines Besuchs. Der Einkäufer der 150-jährigen Traditionsfirma »A. W. Schütte GmbH & Co. KG« aus Gifhorn mit 1.400 Quadratmetern Verkaufsfläche, ist mit Kollegin Denise Boenke von Nord- nach Süddeutschland gereist, um für ein paar Stunden die vorbereiteten Bestelllisten mit dem Laptop abzuarbeiten. „Wir kennen uns hier schon aus“, so der Niedersachse, seit sechs Jahren Kunde der Simba Dickie Group, der genau weiß, was er heute will: „Auf alles, was im TV beworben wird, fahren die Kids ab, Evi Love läuft bei uns sehr stark.“ Und er ordert gleich mal einige große Kisten voller Fillys, „da bin ich dramatisch im Rückstand.“
Staunende Erstbesucher

Staunen nicht schlecht – die Cloppenburger Einkäuferinnen Gabriele Kamplus (vorne) und Jennifer Damer von der Firma Gute »Toys Place for Kids« mit Richard Siegmann.
Ebenfalls aus Norddeutschland sind die Einkäuferinnen Gabriele Kamplus und
Jennifer Damer von »Toys Place for Kids« Cloppenburg angereist. In ihrem 600 Quadratmeter großen Geschäft liegt der Schwerpunkt bei Mädchen-Spielwaren. Daher halten sie sich lange im Steffi -Love-Areal und bei allen Hello-Kitty-Artikeln auf. „Wir machen heute einen Großeinkauf“, sagt Gabriele Kamplus, lacht und lässt sich den neuen Steffi -Love-Camper zeigen. Außendienstmitarbeiter Richard Siegmann weicht seinen Gästen nicht von der Seite. Er ist bereits mit einem modernen Scanner zur Auftragserfassung unterwegs. Das Gerät bekommen demnächst alle Kundenberater. Denn in der mittlerweile 50 Seiten langen Preisliste zu blättern, ist umständlich. Über den gescannten Barcode wird ein Produkt gleich im Computer in die Bestellliste eingetragen. Es muss nur noch die Stückzahl ergänzt werden.
Die beiden Damen lassen sich spontan zu Einkäufen hinreißen. „Dieser Showroom ist atemberaubend“, sagt Jennifer Damer, die mit ihrer Kollegin zum ersten Mal da ist. Sie genießen den persönlichen Kontakt und, dass Richard Siegmann für sie vorsortiert hat. Den ganzen Katalog durchzuforsten, sei nahezu unmöglich. „Wir wollen einfach alles anfassen, was wir kaufen, die Qualität zählt.“ Die ist überzeugend, wie ihre Orderliste am Ende des Tages zeigt.
Überzeugter Dauergast
Richtig viel Zeit verbringt Christiane Barth im April in Fürth. Die Geschäftsführerin
der »David Faix & Söhne GmbH« kommt dreimal zu den Fachhandelstagen,
jeweils mit unterschiedlichen Mitarbeitergruppen ihrer Filialen in Darmstadt, Frankfurt/Main, Sulzbach und Weiterstadt, die zwischen 370 und 800 Quadratmetern groß sind. Das Vollsortiment umfasst 22.000 bis 28.000
Produkte, um die sich etwa 50 Mitarbeiter kümmern. Spielzeug der Simba
Dickie Group bestellt sie seit drei Jahren direkt in Fürth, insbesondere BIG und
Noris. „Dieses Mal habe ich bei allen Marken etwas gefunden, vor allem die Smoby-Lizenzthemen“, so die treue Kundin. Es sei äußerst angenehm, durch
die SDV nun einen einzigen festen Ansprechpartner zu haben. „Ein Anruf
für alles, das spart mir viel Zeit und Aufwand.“
Klassische Spielwarenspezialistin
Das schätzt auch Waltraud Seigert von »Spiel & Freizeit Seigert« in Freilassing,
Kundin seit der Geburtststunde der Simba Dickie Group. „Mit Dickie-Tamiya haben
wir 1993 angefangen, heute das komplette Programm“, so die Chefin über fast 1.600 Quadratmeter Verkaufsfl äche. „Die Fillys sind großartig. Pferdchen und Sammelfiguren bieten auch andere, aber nur die Fillys von Simba Toys lohnen sich, das ist ein Top-Kassenartikel, unser kleines täglich Brot“, so Waltraud Seigert. Daher freut sie sich in diesem Frühjahr „sehr über die Filly-Zusatzartikel.“
Dieses Mal hat sie sich bei ihrem vierstündigen Besuch nur auf Neuheiten konzentriert. „Das Sortiment kenne ich ja, aber die Bonbon-Angebote sind die
Reise wert.“ Firma Seigert ist spezialisiert auf klassische Spielwaren, „das Kasperl, der Kaufl aden, das liegt mir am Herzen.“ Da Waltraud Seigert selbst viel Wert auf die persönliche Beratung ihrer Kunden legt, „ist der enge Kontakt zur Simba Dickie Group wertvoll.“
Zufriedene Geschäftspartnerin

Gute Beziehung – Michael Sieber, CEO der Simba Dickie Group, begrüßt herzlich Sigrid Fuhr aus Gießen.
Messbar weniger Büroarbeit hat Sigrid Fuhr, seit es die Simba Dickie Vertriebs GmbH gibt: „Alle Marken unter einer Lieferadresse, nur eine Rechnung, das reduziert den Arbeitsaufwand“, fasst die Inhaberin von »J. H. Fuhr Spiel-Freizeit-Hobby« in Gießen zusammen. Sie führt das Unternehmen in der fünften Generation, beschäftigt 50 Mitarbeiter, verfügt über 1.700 Quadratmeter Verkaufsraum, der 54.000 Artikeln Platz bietet. Darunter etwa 850 Spielzeuge von Smoby, BIG, Schipper Arts&Crafts, Eichhorn. Die „Einkaufstage“ stehen fest in ihrem Terminkalender. Sie nimmt alles in Augenschein: „Das Haptische zählt für mich, gerade im Holzbereich. Das kann kein Katalog leisten.“
Sigrid Fuhr reist mit ihrer Mutter an, sie führen Simba-Dickie-Produkte seit Mitte
der 90er-Jahre, begutachtet einen Tag lang die Showareale für Baby- und Kleinkind-Spielwaren, Puppen, Smoby, BIG, Schipper Arts&Crafts, Noris, Zoch. Für
Dickie, Schuco, Tamiya ist ein Mitarbeiter unterwegs, „das ist nicht mein Spezialgebiet.“ Der besondere Vorteil bei den Fürthern: „Es ist alles klar geregelt, ein sauberes, transparentes Geschäft“, ist Sigrid Fuhr voll des Lobes. „Bei zu vielen Extras, unterschiedlichen Rabatten, undurchschaubaren Sonderkonditionen verliert man den Überblick.“ Und: „Trotz der Größe des Unternehmens ist es menschlich geblieben“, sagt sie. Der Kontakt sei nach wie vor persönlich, nahezu familiär. Und die Exklusivangebote für den Fachhandel „lohnen sich.“ Noch entscheidender: „Ich möchte Produkte bekommen, die es nicht im Discounter gibt.“ Sie sollte sie haben.

Ein erfolgreiches Team – Karl Yabroudi (vierter von rechts) mit seinen Mitarbeitern
der Simba Dickie Vertriebsgesellschaft (v.l.): Heinz Brenczek, Ralph Gottwald, Dittger Krabel, Frank Müller, Heike Weigand, Richard Siegmann, Olga Becker, Sonja Truckenmüller, Kathrin Hornung, Daniela Lamprecht, Tanja Schmidt, Sara Marrano.