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23. Dezember 2009

Bis ins kleinste Detail – wie ein Schuco-Modell entsteht

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Täuschend echt: das neue Schuco-Modell des BMW 5er GT im Maßstab 1:43.

In Sammlerkreisen sind die historischen Modelle der Luxusmarke Schuco die Königsklasse. Präzision und Qualität der Oldtimer sind unübertroffen. Doch die Miniatur-Autobauer stellen ebensolche aktuellen Fahrzeuge her. Das geschieht monatelang im Verborgenen, bis das Original zum Beispiel auf der IAA vorgestellt wird. Jüngst wurde solch ein Geheimnis gelüftet: Der BMW 5er GT aus Fürth ist da!

Kurz nachdem sich heutzutage ein Automobilhersteller für ein neues Modell entschieden hat, geht die Ausschreibung für die Miniatur an die Feinmechaniker heraus. Spätestens, wenn der Neuwagen die Niederlassungen der Autohändler erreicht, soll die kleine Variante in den Vitrinen stehen. Oft fällt der Liefer-Stichtag mit internationalen Automobilausstellungen zusammen. So auch in diesem Fall: 63. IAA im September in Frankfurt am Main. Offiziell auf den Markt kam der BMW-Neuling knapp zwei Monate später.

Im Sommer 2008 erreichte Michael Baumgärtner, Senior Product Manager bei Schuco, wieder einmal ein Geheimhaltungsvertrag von der BMW AG. Für Schuco-Mitarbeiter sind die strengen Verschwiegenheitspflichten alltäglich. Erst nachdem der Abteilungsleiter den Vertrag unterschrieben zurückgeschickt hatte, erhielt er über ein verschlüsseltes Online-Portal die Ausschreibungsunterlagen. Das Codewort dazu wird per Telefon oder E-Mail übermittelt.

Streng geheim

Undercoveragent Baumgärtner erstellte den gewünschten Kostenvoranschlag für mehrere Tausend Stück. Eine Weltfirma wie BMW fragt stets nur zwei bis drei bewährte Partner an. Preis, Qualität, Markenname entscheiden über Zu- oder Absage. Bis zur Entscheidung vergingen fast zwei Monate. Als dann der Zuschlag kam, war Baumgärtner schon stolz. „Vor einigen Jahren haben wir auf dem Neuwagen-Markt keine Rolle gespielt“, gibt er zu. Doch daran haben er und sein Team mit dem Produktionspartner in Fernost in den letzten drei Jahren intensiv gearbeitet. Jetzt gehört die Traditionsmarke Schuco, die mittlerweile weit mehr als 100 Millionen Modelle verkauft hat, auch in diesem Segment zu den Favoriten der großen Automobilhersteller. Neben BMW wird auch für alle anderen deutschen Autohersteller regelmäßig en miniature gezaubert.

Detaillierte Datenarbeit

Mit der Auftragserteilung am 1. September 2008 kamen prompt die CAD-Daten, das originale Computer Aided Design. Wieder mit Passwort, Geheimhaltungsstufe Rot. Zunächst wurde das neue BMW 5er GT (Gran Turismo) Coupé im Look des BMW-Designchefs Adrian van Hooydonk ausführlich studiert. Spannende Aufgabe, denn tatsächlich gab es bisher kein vergleichbares Fahrzeugkonzept. Dieses BMW-Automobil ist formal die Mischung aus der Siebener-Limousine und dem 2008 vorgestellten X6.

„Es ist schon wichtig, sich nicht nur mit den nackten Eckdaten zu befassen, sondern auch mit der Philosophie, die dahintersteckt“, beschreibt Baumgärtner das genaue Studium der Vorgaben. Das Reizvolle bei den Bayerischen Motoren Werken: „BMW ist der einzige Hersteller, der noch ein zu öffnendes Teil fordert – die Motorhaube“, erklärt Michael Baumgärtner. Weil der Motor also sichtbar ist, muss er auch gestaltet und eingebaut werden, eine Challenge im Miniatur-Business. „Da können wir unser Können und unseren Qualitätsvorsprung beweisen“, so der Chef der kleinen Straßenkreuzer. Darauf basiert auch die Entscheidung, sich auf die Modellgröße 1:43 zu konzentrieren. „In diesem Maßstab können wir unsere ganze Kompetenz ausspielen. Unsere Präzision lässt sich hochklassig nur im Zinkdruckguss umsetzen“, erläutert Baumgärtner die erfolgreiche Neuwagen-Strategie.

Jeder Millimeter zählt

Kurz nach Datenstudium werden die CAD-Daten noch einmal am Original überprüft. Drei Stunden dauert das Maßnehmen am Original im BMW-Werk in München. Jedes noch so kleine Detail, jede Zierleiste, jede Flucht, jede Linie der Scheinwerfer wird im „Schnittmuster“ vermerkt und per Kamera festgehalten.

Das Paket aus Fotos, Skizzen, Werten und Normen wird so schnell wie möglich an das Entwicklungsteam in Dongguan in Süd-China geschickt: Der Schuco-Exklusivpartner King’s Favour mit 800 Mitarbeitern ist Schuco seit mehr als 20 Jahren verbunden und hat die Schuco-Philosophie verinnerlicht.

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Der Prototyp aus Epoxit, flexiblem Gießharz, das sich noch leicht korrigieren lässt.

Die Designer und Ingenieure erstellen in sechs bis acht Wochen den Prototyp, das Modell aus dem Gießharz Epoxit. Das ist doppelt so groß wie das spätere Modellauto, damit Einzelheiten gut sichtbar sind. Als der Prototyp auf dem Luft- und Postweg die Fürther Firmenzentrale erreicht hatte und wenig später dem Kunden präsentiert wurde, kam die große Überraschung von BMW. Ein Extra, ein winziges Highlight für die Kunden: Die Miniaturversion soll das geteilte Glasdach haben, Teil der Sonderausstattung. Puh, durchatmen im Schuco-Team. Gerade noch rechtzeitig. „Im Status Prototyp sind Änderungen kein Problem, weil das Werkzeug, also die Gussform, noch nicht fertiggestellt ist“, so Baumgärtner. „So kurzfristige Änderungen sind natürlich eine zusätzliche Herausforderung, aber unsere Spezialisten bei Schuco sind daran gewöhnt.“

Letzter Feinschliff

Anhand des Prototyps werden die Feinheiten noch einmal diskutiert: Was soll verchromt werden? Wo empfiehlt sich Tampondruckverfahren, also Farbe statt Gravur? Funktionsfugen beispielsweise sind oft graviert, weil reale Öffnungen zu wuchtig am Miniauto wirken und den schönen Gesamteindruck schmälern. Sind die letzten großen Entscheidungen für den Kleinen getroffen, fliegt der Prototyp wieder zum chinesischen Meister, der das Werkzeug herstellt, die Stahlformen für die Karosserie. Das dauert wiederum zehn bis zwölf Wochen. Die ersten fertigen Modelle erhält exklusiv BMW in Saphirschwarz (das Interieur in Beige) und Damastrot (das Interieur in Schwarz). Schuco darf zeitversetzt in anderen Originalfarben an den Fachhandel liefern.

Der erste Schönling

Im Juli kamen endlich die ersten vier Modelle zur Endkontrolle aus der fernöstlichen Designschmiede. Während die Schuco-Fachleute den wirklich allerletzten Check-up vornehmen, wartet das eigens erbaute Werkzeug in China auf das Go zur Härtung. Minimale Korrekturen sind in diesem „weichen“ Zustand noch möglich. Mit Testspritzungen muss man allerdings vorsichtig sein, damit nicht feinste Kanten oder ein Millimeter Gravur verrutscht. Die endgültige Härtung erfolgt erst nach der finalen Freigabe des Kunden. Die kommt dann auch Ende Juli. Inklusive der Wartezeiten war das Schuco-Team jetzt fast ein Jahr lang mit dem Projekt zugange.

Das Besondere an Schuco und somit an dem neuen BMW-Miniaturmodell: Der Unterboden ist ausgestaltet, diese hohe Detaillierung ist einzigartig auf dem Markt. „Und vor allem unsere Fahrzeuge rollen richtig gut, was man nicht von allen Modellen auf dem Markt behaupten kann.“ Zudem haben die Schuco-Experten eigene Scheinwerfer und Heckleuchten entwickelt – zweigeteilt, wie bei den Großen, das Innenleben wird von Glasdeckeln geschützt. Früher wurden die banal mit Pins eingesteckt.

Einzigartig bis ins Detail

Außerdem ist das Interieur ungewöhnlich detailtreu. Lugt man durch die nur zwei Finger breite Frontscheibe oder das Seitenfenster, erkennt man, dass da Sicherheitsgurte hängen, die Sitzpolster geformt sind und auf dem Miniatur-Navi ein Landkärtchen leuchtet. Zugegeben, da braucht man schon gute Augen, um das zu erkennen. „Wir machen ganz bewusst immer etwas mehr als unsere Mitbewerber“, so Baumgärtner.

Als dann die komplette Lieferung kommt, in öden Pappkartons mit chinesischen Schriftzeichen drauf, huscht nur ein schnelles, wohlwollendes Lächeln über die Gesichter des sechsköpfigen Fürther Schuco-Entwicklungsteams. Der neue Kleine ist ein winziges Kunstwerk, ein Unikat in hoher Auflage sozusagen. Doch längst sind – wie beim Original – schon fürs nächste Jahr BMW 5er GT Limousine und Touring in Arbeit. Die werden auch klein, sehr klein. Aber fein.

Internet_Schuco_3_445x187 (JPG)Neuwagen-Show – auch diese neuen Automobile begleitet Schuco mit einem Modell im Maßstab 1:43: Audi TT RS Coupé (oben links), VW Golf VI GTI, Audi TT RS Roadster Coupé, Porsche Cayman S, Audi R8 V 10 und Mercedes Benz E-Klasse C 207 (im Uhrzeigersinn).

Pressekontakt
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Frau Isabel Weishar

Fon: +49 (0) 911-9763-263
Fax: +49 (0) 911-9763-162

E-Mail: i.weishar@simba-dickie.com