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16. Oktober 2008

Oh, là, là, ein Fauxpas!

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Auf Geschäftsreise in Frankreich

Bei der französischen Gesellschaft handelt es sich um eine ehemals höfische. Man darf also davon ausgehen, dass es auf Geschäftsreise viele Gelegenheiten gibt für einen Fauxpas, einen Fehltritt. Wir sagen Ihnen, wie Sie ihn geschickt umgehen.

Höflichkeit, gutes Benehmen und galantes Auftreten nehmen moderne Franzosen genauso ernst wie das eigentliche Business. So sind Sie gewappnet:

Dankbarkeit. Benutzen Sie oft die Worte „merci“ und „pardon“, sehr oft.

Titelschutz. Man legt Wert auf Status und Titel und hört letztere daher gern: Ein CEO heißt Monsieur le directeur, Firmeninhaber.

Guten Tag. In Frankreich reicht man sich seltener die Hand als bei uns. Wenn, dann drückt man sie kurz, ohne zu schütteln.

Sprachbarriere. Die französische ist nach wie vor eine Siez-Gesellschaft. Spontanes Duzen ist tabu. Der Wechsel vom „vous“ (Sie) zum „tu“ (Du) ist Ausdruck, dass bereits Freundschaft besteht. Das „Du“ muss angeboten werden. Fügen Sie Antworten oft die Anrede „Oui, Madame“ oder „Non, Monsieur“ an.

Luftikus(s). Wer sich länger kennt, verteilt bisous. Bisou bedeutet Windhauch, die Wangen touchieren sich nur. Hauchen Sie zwei Luftküsse über die Schulter des Gegenübers, in manchen Regionen sind es vier. Begonnen wird links.

Kartenspiele. Auf Visitenkarten von Franzosen fehlen oft Titel und Berufsbezeichnung. Je wichtiger der Karteninhaber, desto weniger Informationen sind nötig. Er geht davon aus, dass man weiß, wer er ist. Mit unprofessioneller Visitenkarte hat man im französischen Geschäftsleben keine Chance.

Kleiderfrage. Französische Geschäftsleute sind überwiegend eleganter gekleidet als in Deutschland. Die Frauen tragen Kostüm oder Kleid, selten Hosen. Braune Anzüge sind verpönt.

Worte und Taten. Noch wird vorwiegend in französischer Sprache verhandelt. Die neue Managergeneration spricht aber zunehmend Englisch. Wer Französisch beherrscht, kann Punkte sammeln. Ansonsten Dolmetscher einschalten.

Reden ist Gold. Deutsche Manager gelten als nüchtern, kühl, zu direkt. Franzosen lieben Esprit und Konversation. Seien Sie daher redegewandt. Vorsicht beim Businesstalk: Bei Politik, Korsika, den USA, dem Atomwaffenarsenal, Geld, Verdienst, sozialer Position und Religion verbrennen Sie sich die Zunge. Themen wie Kunst, Kultur, Reisen, Wein und Essen gehen immer.

Erst das Vergnügen. Geschäftsessen sind sehr verbreitet. Es wäre aber ein Fauxpas, vor dem Dessert übers Business zu reden. Zur Sache gehen Franzosen erst beim Kaffee.

Brot und Spiele. Man legt Wert auf gute Tischmanieren. Also niemals schlürfen und schmatzen oder mit den Händen essen, auch kein Geflügel. Das berühmte Baguette bricht man in mundgerechte Stücke. Im Nobelrestaurant wird es weder bestrichen noch als Schwamm für Saucen benutzt.

Kommen und Gehen. Zu einer privaten Einladung erscheint man mindestens eine Viertelstunde zu spät, im Restaurant hingegen pünktlich.

Blumen sprechen. Blumen sind ein beliebtes Gastgeschenk. Sie werden eingepackt überreicht. Keine Nelken und Chrysanthemen, die dienen nur als Grabschmuck. Rote Rosen sind Verliebten vorbehalten.

Edle Tropfen. Gastgeber schätzen Wein als Mitbringsel, am besten französischen und gleich im Duett. Halten Sie nie eine Rede über Wein, es sei denn Sie sind hauptberuflich Sommelier. Loben Sie stattdessen jeden Tropfen und den Käse.

Bitte warten. Gilt in den USA und auch in Frankreich: Selbst in schlichten Restaurants wird der Tisch vom Garçon zugewiesen.

Gruppendynamik. Für die deutsche Sitte, die Rechnung getrennt zu bezahlen, hat man wenig Verständnis. Es gibt eine für alle, dann rechnet jeder seinen Anteil aus. Trinkgeld wird nicht aufgerundet, sondern hinterlassen. Schale oder Etui warten schon.

Fremdenverkehr. Wer einmal in Paris Auto fuhr ... Die französischen Fahrkünste sind legendär. Doch Ausländer sollten sich penibel an die Verkehrsregeln halten. Vor allem an Tempolimits auf Landstraßen und Autobahnen. Die Gendarmerie steht am Straßenrand und kassiert gleich ab. Übrigens: Es gibt keine Halteverbotsschilder. Gelb markierte Bordsteine zeigen Parkverbote an.

Pressekontakt
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Frau Isabel Weishar

Fon: +49 (0) 911-9763-263
Fax: +49 (0) 911-9763-162

E-Mail: i.weishar@simba-dickie.com