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17. September 2008

Zuhause in Hongkong

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Zuhause in Hongkong: Andreas Schmitt

Andreas Schmitt ist eine Ausnahmeerscheinung. Er ist auffällig groß und er hat mit 38 Jahren bereits eine großartige Karriere hingelegt. Ein Hüne im Land des Lächelns – der Managing Director von Simba Toys Hongkong.

Blicke auf sich zu ziehen, ist Andreas Schmitt gewohnt. Mit einer Größe von 2,06 Metern fällt er auch hierzulande auf. Doch in China ist er nahezu eine Sehenswürdigkeit. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Passanten um ein gemeinsames Foto bitten. Der 38-Jährige nimmt es mit Humor.

Außergewöhnlich wie sein Äußeres ist sein Leben. Der gebürtige Mittelfranke ist seit fast drei Jahren in Hongkong zu Hause, dem zweiten großen Firmenstandort der Simba Dickie Group. Der Geschäftsführer von Simba Toys Hongkong (HK) blickt von seinem Büro in Kowloon auf die spektakuläre Skyline von Hongkong Island, dem Banken- und Kulturzentrum. Mit seinem Team sorgt er dafür, dass der Warenfluss zwischen China und Europa funktioniert. Bedenkt man, dass 75 Prozent der Spielzeuge, die Simba Dickie produziert, aus der etwa 60 Kilometer entfernten Provinz Guangdong stammen, lässt sich die Dimension dieser Aufgabe ermessen. Zumal Schmitt auch noch zur Geschäftsleitung von Smoby Toys HK gehört, deren Büros unweit entfernt liegen. Die Verantwortung ist riesig, „aber es ist mein Traumjob“, sagt Schmitt und strahlt sein gewinnendes Lächeln. „Ich habe hier die Chance meines Lebens bekommen.“

Von der Uni in die Welt

Dass er einmal in einer der aufregendsten Städte der Welt arbeiten würde, hätte sich der Betriebswirtschaftsstudent in seinen kühnsten Phantasien nicht vorstellen können. Weil das in der Region Nürnberg nahe liegend ist, absolvierte er ein Praxissemester bei Simba Dickie. Die Welt der Spielwaren gefiel ihm sofort, „ich bin ein verspielter Charakter.“ Und er fiel dem CEO Michael Sieber durch sein Engagement auf. Der Firmenchef machte den jungen Mann direkt nach dem Examen zu seinem Assistenten. Andreas Schmitt lernte das komplexe System Spielwarenindustrie von der Pike auf, ging vom ersten Tag an mit auf die vielen Weltreisen seines Chefs zu den Produktions- und Distributionsstandorten der Gruppe.

Bald stieg Andreas Schmitt zum Produktmanager für Simba Baby auf, bis ihm das neue Großprojekt „Disney Princess Fashion Dolls“ übertragen wurde, die Lizenz zu den weltweit bekannten Kinderfilmen. Er wollte und konnte mit erfolgreicher Arbeit „zurückgeben, was ich der Geschäftsleitung zu verdanken habe.“ Da verbrachte er schon ein Viertel des Jahres in Hongkong, um die Spielzeuge „von A bis Z zu begleiten.“ Von der Idee bis auf die Ladentheke.

Der Kulturschock gehört dazu

An seinen ersten Hongkong-Aufenthalt erinnert er sich wie heute. Damals war Hongkong noch britische Kolonie, ehe es am 1. Juli 1997 an China zurückfiel. Der koloniale Lebensstil war überall spürbar. „Man wurde per Limousine ins Hotel gebracht und rund um die Uhr verwöhnt.“

Der tiefste Eindruck: „Ich bin in einem Ameisenbau.“ Die schwüle, süßliche Hitze, als stünde man im Anzug in der Sauna während des Aufgusses, die allgegenwärtige Hektik, die Dieselschwaden der Busse, überall Gedränge und Gewusel, das lärmende Echo der Presslufthämmer, Betonmischer und Lastwagen. Die unzähligen Menschen, „das war alles wie im Film.“

Millionen Menschen, das sind 6.355 pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Deutschland sind es derzeit etwa 230 Einwohner pro Quadratkilometer und die dichtest besiedelte Stadt München bringt es auf 4.300 Einwohner. Hongkong, was „duftender Hafen“ bedeutet, ist eine der führenden Finanzmetropolen der Welt, hat die höchsten Ladenmieten, ist der größte Textilexporteur, besitzt den größten Containerhafen und eine U-Bahn mit der welthöchsten Verkehrsleistung. Superlative auf kleinstem Raum.

Mittlerweile ist Andreas Schmitt selbst Teil dieses Films und manchmal gehen
ihm der gigantische Lärmpegel, „dieses ständige Rauschen“, der Verkehr, die Handys, die brummenden Airconditions und die lautstarken Asiaten auf die Nerven. Er kann nicht mitschwimmen in dem Menschenmeer, weil er einfach eine andere Schrittfrequenz hat. Es kommt vor, dass sich Chinesen an seine Fersen heften, „nur um einmal zu erleben, wie so ein großer Mann geht“, erzählt der Nürnberger. Doch sein Grundgefühl schwingt immer mit: „Hongkong ist vorübergehend meine Heimat und ich liebe sie, auch wenn mir diese Welt immer verschlossen bleiben wird.“ Er genießt seine Businesstermine in Central auf Hongkong Island, das man nur per Fähre erreicht. „Auf dem Wasser ist es still.“

Simba Dickie genießt einen guten Ruf
Mehrmals im Jahr trifft Andreas Schmitt die Mitarbeiter in den Fabriken in Guangdong, wo stets etwa 3.000 Fabrikarbeiter im Dienste der Joint-Venture- Betriebe der Simba Dickie Group stehen. In Shanghai besucht er die knapp 80 Mitarbeiter in Einkauf und Vertrieb ebenso oft. Der Familie Sieber ist hier in Asien von Anfang an etwas Ungewöhnliches gelungen: Die Hälfte der einheimischen Mitarbeiter ist seit mindestens zehn Jahren treu. „Hier herrscht üblicherweise ein ständiges Kommen und Gehen“, so Schmitt. „Man bindet sich nicht so emotional an eine Firma, sondern folgt jederzeit dem Ruf des besseren Angebots.“ Sein Team aber ist beständig. Simba Dickie gilt unter Produktentwicklern, Designern, Vertriebsmanagern als exzellenter und verlässlicher Arbeitgeber.

Ein normaler Arbeitstag im Leben von Andreas Schmitt dauert bis zu 14 Stunden, sechs Tage pro Woche. Zum Ausgleich geht er dreimal wöchentlich ins Fitness-Studio, das im selben Gebäudekomplex wie sein Büro liegt. Eine Leidenschaft des Managers ist das sonntägliche Schlendern im Supermarkt. „In Hongkong gibt es alles, was der europäische Magen begehrt“, er lacht. „Und alles Exotische.“ Er mag das, zu schauen, zu riechen, auszuprobieren. „Das entspannt mich.“ Ab und an geht er spazieren, was heißt: Schaufensterbummel in den unendlichen, klimatisierten Malls. Am liebsten aber ist er spätabends in seiner Wohnung, mit 100 Quadratmetern ein Palast für Hongkonger Verhältnisse. Im Internet deutsche Zeitungen lesen, nach Hause telefonieren, Musik hören ... Was der redegewandte Andreas Schmitt sehr vermisst, ist die deutsche Sprache, „sich wirklich mitteilen zu können.“

Neue Heimat auf Zeit

Am 16. Oktober 2005 war Schmitt damals von Nürnberg nach Hongkong gereist. Ohne Rückflugticket. Der 20-Fuß-Container mit Möbeln und privaten Dingen kam per Schiff hinterher. Heute bewegt er sich ganz selbstverständlich durch Hongkongs enge Straßen. Gerade hat der Simba-Toys-Manager seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Danach will er zurück nach Deutschland und eine Familie gründen. Bis dahin konzentriert er sich weiter nur auf die Karriere. „Das Tempo ist hoch, der Puls immer am Anschlag, aber ich habe bis heute nicht einen einzigen Tag bereut.“

Die jederzeit spürbare Aufbruchsstimmung und Zielstrebigkeit dieser Stadt, in der alle immer nur nach oben wollen, „passt zu mir.“ So verrückt wie jetzt war es allerdings noch nie. Ausgerecht zur „peak season“, der Produktion fürs Weihnachtsgeschäft, hat die Regierung neue Visa-Bestimmungen erlassen und Schmitt muss dauernd ein neues beantragen, wenn er über die Grenze nach China will. „Die steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie und Löhne sind irrwitzig.“ Und alle naselang verschwinden die Arbeiter aus den Fabriken, weil sie abgeworben werden. Oder es wird gar nicht gearbeitet, weil ein Unwetter tobt. Im Hauptberuf ist Schmitt eigentlich „trouble shooter“.

Doch Andreas Schmitt wird auch diese schwierige Situation meistern. Denn eins hat er in den vergangenen Jahren verinnerlicht: „Hier ist einfach alles anders, ganz anders, man braucht viel Geduld und innere Ruhe.“ Er lächelt.

Pressekontakt
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Frau Isabel Weishar

Fon: +49 (0) 911-9763-263
Fax: +49 (0) 911-9763-162

E-Mail: i.weishar@simba-dickie.com

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